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    Kreis Unna

Preußen vergammelt

Lünens wichtigster Pendlerbahnhof bei Modernisierung in NRW außen vor

Der Zugang zum Bahnhof Preußen in Lünen wird verbessert; der Bahnhof selbst aber sträflich vernachlässigt.

   Ab 2007 wird nördlich des Bahnhofs Preußen eine 200 Meter lange Straße unter den Gleisen zwischen der Preußenstraße (Ecke Hirschberger Straße) und der Bebelstraße gebaut. Mit diesem neuen Tunnel wird eine direkte Rampe als zweiter Zugang zum Mittelbahnsteig errichtet. Für Fußgänger und Radfahrer verkürzt sich der Weg zur Bebelstraße und Richtung Lünen-Süd um bis zu 600 Meter. Das Einzugsgebiet des Preußenbahnhofs wird also erheblich erweitert.
   Trotzdem lässt die Deutsche Bahn den Bahnhof Preußen weiter dahinvegetieren, obwohl er von Berufspendlern stärker frequentiert wird als der 1999 umgebaute Hauptbahnhof in Lünen. Seit Jahren tropft es nach Regenfällen von der Decke des Tunnels im Bahnhofsgebäude. Die beiden Oberlichter sind abgedeckt, statt den Gleiszugang bei Tageslicht zu erhellen. Aber auch oben auf dem Bahnsteig ist die Aufenthaltsqualität miserabel. Die Fahrgastunterstände sind unübersichtlich, nicht mehr zeitgemäß und bieten kaum Schutz vor Wind und Regen. So werden Fahrgäste eher vertrieben.
   Eine Modernisierungsoffensive des Landes hätte Abhilfe schaffen können. Nordrhein-Westfalen fördert seit 2004 die Modernisierung von 87 kleinen und mittleren Bahnhöfen mit 86,5 Millionen Euro - weitere 20 Millionen Euro Eigenmittel bringt die Deutsche Bahn ein. In Unna zum Beispiel sind die Bahnhöfe Lünern und Hemmerde bereits modernisiert.
   Offenbar haben es die Lüner Landtagsabgeordneten verschlafen, Lünens wichtigsten Pendlerbahnhof in die Liste der 87 Modernisierungsvorhaben zu bringen. Der Landtagswahlkampf 2005 bietet nun Gelegenheit, Politik und Verantwortliche von der überfälligen Modernisierung des Bahnhofs Preußen zu überzeugen.
   Jürgen Heidenreich, 023 06 / 96 31 03

 

Stand: 01.01.1970
     

   
 
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